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Andreas Seewald und Natalia Esusquiza Fischer gewinnen Europameistertitel

Andreas Seewald und Natalia Fischer Esusquiza heissen die neuen Europameister in der Disziplin Mountainbike Marathon. Schweizermeisterin Steffi Häberlin als Zweite und Weltmeisterin Ramona Forchini als Dritte retten die Ehre der Schweizer.

Erste Titel Für Seewald

Es war ein brutales Ausscheidungsfahren auf dem Kurs des Raid Evolenard, der extra für die Europameisterschaft noch etwas anspruchsvoller gemacht wurde. 78 km und 3900 Höhenmeter hatten die Männer zu bewältigen, 70 km und 3420 Höhenmeter waren es bei den Frauen. Dennoch wurde gefahren, als ob es kein Morgen gibt.

Bei den Herren war es vor allem Samuele Porro, der mit einer frühen Flucht bereits am ersten Anstieg versuchte, den entscheidenden Unterschied herauszufahren. Da der Italiener in den Vorjahren zweimal EM-Zweiter geworden war, wollte er diesmal unbedingt den Titel. Auch in den Abfahrten riskierte der Italiener alles, weil er wusste, dass ihm der stärkere Bergfahrer Andreas Seewald dicht auf den Fersen war. Doch in der zweiten langen Steigung zum Béplan, dem höchsten Punkt der Strecke, vermochte der Deutsche Seewald tatsächlich noch aufzuschliessen und dem Italiener stehen zu lassen. Auf den verbleibenden Kilometern fuhr er rund fünf Minuten Vorsprung heraus, die er in der letzten, rund zehn Kilometer langen Abfahrt geschickt verwaltete und zum Titel fuhr. Zweiter wurde erneut Porro vor dem Tschechen Martin Stosek. Als bester Schweizer erreichte Schweizermeister Martin Fanger das Ziel als Achter.

Vize-Europameistertitel in Folge für Porro

Seewald, der im Ruf steht, nicht der beste Abfahrer zu sein, zeigte sich zufrieden, dass seine Taktik aufgegangen ist: «Ich wollte bergauf möglichst viel Schaden anrichten, sprich eine Vorselektion herbeiführen. Das ist mir recht gut gelungen. Doch dann stürzte ich bergab zweimal leicht. Ich war einfach zu nervös. Aber in der zweiten Steigung konnte ich meine Überlegenheit ausspielen, was mich natürlich freut». «Ich habe alles versucht und muss mir deshalb keine Vorwürfe machen. Bergauf habe ich gepusht und bergab alles riskiert. Seewald war aber einfach stärker. Eine Medaille ist eine Medaille», ordnete Samuele Porro seine Leistung ein.

Der drittplatzierte Martin Stosek kämpfte früh mit technischen Problemen: «Ich konnte nicht richtig schalten. Das hat mir auf diesem schweren Kurs Mühe bereitet. Aber ich freue mich für meinen Teamkollegen Andreas Seewald, dass er gewinnen konnte. Der dritte Platz geht für mich in Anbetracht der Probleme in Ordnung.»

Eine Spanierin vor den Schweizerinnen

Bei den Frauen ging Steffi Häberlin mit einer frühen Flucht auf Titeljagt. Doch auch bei ihr gingen in der Steigung zum Béplan die Kräfte aus. Die Spanierin Natalia Fischer Esusquiza konnte die Schweizermeisterin ein und überholen. Häberlin holte sich noch die Silbermedalle, Weltmeisterin Ramona Forchini Bronze.

Im Ziel zeigte sich Fischer überwältigt von ihren Gefühlen. Ihr Urgrossvater stamme aus Evoléne und sei dann als Gastarbeiter nach Spanien ausgewandert. Sie sei also quasi im Herzen eine Schweizerin. Das Rennen sei ihr optimal gelaufen. Sie freue sich sehr, den Europameistertitel gewonnen zu haben.

Foto MSO

Steffi Häberlin machten Beinkrämpfe in der letzten Steigung einen Strich durch die Ambitionen. Sie sagte: «Ich kannte dieses Gefühl bisher nicht. In der ersten Steigung lief es super. Meine Taktik war, niemanden ziehen zu lassen. So bin ich das Rennen auch angegangen und bereue nichts. In der letzten Steigung jedoch bin ich tausend Tode gestorben. In der letzten Abfahrt hatte ich keine Chance mehr zu Fischer aufzuschliessen. Insofern bin ich sehr zufrieden mit der Silbermedaille.»

Foto Martin Platter

«Die zweite Rennhälfte war für mich eine Katastrophe. Ich musste mich in der letzten Abfahrt beeilen, denn Ariane Lüthi war am Aufschliessen. Dann bin ich auch noch gestützt, konnte aber glücklicherweise weiterfahren», bilanzierte Ramona Forchini ihren Titelkampf. Sie sei angetreten, um zu gewinnen und habe ihre Taktik auf Katazina Sosna ausgerichtet, die letzte Woche den Dolomiti Hero gewonnen habe. Aber sie habe nicht den besten Tag erwischt und sei deshalb zufrieden über ihren dritten Platz.


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Das perfekte Bike-Setup für den Raid Evolénard

Am 26. Mai haben wir die Schweizer Mountainbike-Legende Christoph Sauser um Ratschläge für ein siegreiches Bike-Setup für den Raid Evolénard und die Europameisterschaft gebeten. Hier sind seine Ratschläge!

Hardtail oder Fully

Für ein Rennen wie den Raid Evolénard mit so vielen Steigungen (3900hm auf 76km für die Elite-Männer) ist ein Hardtail definitiv die erste Wahl. Die Rennstrecke hat viele lange Anstiege auf Schotterstraßen und steile, technische Abfahrten, was es sehr wichtig macht, Gewicht am Rad zu sparen, um konkurrenzfähig zu sein. Natürlich ist dies ein Ratschlag für die Rennfahrer, die auf den Sieg aus sind! Wenn Sie fahren, um die lustigen Abfahrten zu genießen, oder wenn Sie nicht wollen, dass Ihr Körper nach dem Rennen zerstört wird, bringen Sie Ihr vollgefedertes Rad mit!

Foto Martin Platter
To drop or not to drop?

Bei den XCO WC-Rennen Anfang Mai haben wir die Einführung von Dropper Posts an fast allen Bikes gesehen, um technische Abfahrten zu erleichtern. Selbst technisch sehr versierte Fahrer wie Nino Schurter haben jetzt einen Dropper an ihrem Rad. Es ist definitiv ein willkommenes Feature für Ihr Rad während des Raid Evolénard, obwohl nicht alle Fahrer einen haben werden, da die 200-300 g zusätzliches Gewicht auf höchstem Niveau den Unterschied ausmachen können.

Foto Martin Platter
Reifenwahl und Luftdruck

Die Reifenwahl ist etwas, das die Fahrer während des Rennwochenendes in Abhängigkeit von den Streckenbedingungen und dem Wetter wählen werden! Generell gibt es in der MTB-Szene einen Trend zu etwas breiteren Reifen: 2,3″ oder 2,4″ Breite sind keine Ausnahme! Beim Raid Evolénard können Sie sicher sein, dass selbst an einem sonnigen Tag einige der Bergpfade nass sein werden, daher ist genügend Gewinde am Bike wichtig. Ein Setup mit einem knubbeligeren Reifen vorne und einem Reifen mit besserem Rollwiderstand hinten kann eine gute Option sein, aber alles ist am Rennwochenende zu überprüfen. Wichtig ist auch, den Reifendruck auf der Rennstrecke zu überprüfen: wie niedrig kann man gehen, ohne einen Platten zu riskieren!?

Einer der Orte, die ziemlich nass bleiben…
Nicht zu vergessen… die Kleidung!

Ein Aspekt, den man nicht übersehen darf, ist die Wahl der Kleidung! Schauen Sie sich unbedingt die Wettervorhersage an, um sicherzustellen, dass Sie sich für das Rennen richtig kleiden! Die Bedingungen in Evolène bei 1300hm können ganz anders sein als die in Béplan bei 2500hm, also stellen Sie sicher, dass Sie das Rennen nicht mit Unterkühlung verlieren!

Für weitere Details können Sie das Gespräch hier live verfolgen.

Session in Partnerschaft mit Horizonte Coffee und Songo.info

Besuchen Sie die Vorträge über Ernährung und Training mit Ariane Lüthi am 2. Juni und Rennvorbereitung und Renntaktik mit Urs Huber am 9. Juni und melden Sie sich für den diesjährigen Raid Evolénard!


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Raid Evolénard, die Schweizer Meister verraten ihre Geheimnisse!

Der Raid Evolénard wird am 19. und 20. Juni im Val d’Hérens die Europameisterschaft im MTB-Marathon ausrichten. Damit die Mountainbike-Fans das Beste aus dieser besonderen Ausgabe machen können, bieten die Organisatoren in den nächsten Wochen eine Reihe von Erlebnissen auf der LivXP-Plattform an, die Fans und Sportler zusammenbringen soll. Webinar-Reihen, spezielle Pakete zur Entdeckung der Region, Reisen zu gewinnen, von den Champions signierte Produkte, es wird für jeden etwas dabei sein. Und wenn nicht, können Sie uns auch Ihre Vorschläge schicken!

Eine Reihe von Videos zur Entdeckung des Raid Evolénard

Die COVID-19-Pandemie und der anhaltende Schnee auf dem Platz erschweren weiterhin die Erkennung des Platzes. Um hier Abhilfe zu schaffen und den Fahrern die Möglichkeit zu geben, sich mit der Strecke vertraut zu machen, haben die Organisatoren eine Serie von drei Video-Sessions eingerichtet. Die Schweizer Mountainbike-Legende, mehrfacher Weltmeister und Olympiamedaillengewinner Christoph Sauser eröffnet die Serie am 26. Mai von 20:00 bis 20:30 Uhr. Sauser, der die Strecke in den letzten drei Ausgaben gefahren ist, wird sich insbesondere auf die optimale Wahl des Mountainbikes für die Anforderungen der Strecke konzentrieren. Ariane Lüthi und Urs Huber, die schon mehrmals im Wallis gewonnen haben, werden ihm am 2. Mai und am 9. Mai folgen, um über Vorbereitung und Rennleitung zu sprechen. Diese Sitzungen sind offen für alle und kostenlos. Interessierte können sich bereits jetzt auf LivXP registrieren, um ihre Fragen zu stellen!

Entdeckungspackages

Damit die Teilnehmer ihren Aufenthalt optimal nutzen können und gerne wieder ins Wallis kommen, bieten die Organisatoren zudem ein Entdeckerpaket zum unschlagbaren Preis von 30 Schweizer Franken an. Dieses Paket berechtigt die Teilnehmer zu einem Raclette und einem Lattesso-Getränk, sobald sie die Ziellinie überquert haben, und bietet außerdem die Möglichkeit, an einer von Evolène-Région Tourisme angebotenen Überraschungsaktivität teilzunehmen. Und um die Region auf eine andere Art zu entdecken, beinhaltet das Paket auch einen Skitag in einem der Skigebiete der Region (Espace Dent Blanche, Télé Mont Noble, Télé-Nendaz).

Gewinnen Sie einen herrlichen Aufenthalt in der Anako Lodge!

Und vor allem: Jeder, der dieses Paket kauft, nimmt automatisch an der Verlosung eines Aufenthalts für vier Personen in der Anakolodge vom 2. bis 5. Juni teil, bei dem er die Gelegenheit hat, die Strecke mit dem ehemaligen belgischen Meister Frans Claes, dem 8. der letzten MTB-Marathon-Weltmeisterschaften, zu entdecken.

Viele weitere Überraschungen werden folgen!

In den kommenden Tagen werden viele weitere Angebote zu diesen Erlebnissen hinzukommen. Pakete für Kinder, Aufenthalte während des Rennwochenendes, Treffen mit den Athleten, die Organisatoren werden weiterhin ihre Phantasie einsetzen, um Ihnen eine großartige Ausgabe 2021 des Raid Evolénard zu ermöglichen! Und wenn Sie unter unseren Angeboten nicht das finden, was Sie suchen, haben Sie bei LivXP auch die Möglichkeit, Wünsche zu äußern, die wir natürlich versuchen werden zu erfüllen!


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Der Raid Evolénard und die EM werden tatsächlich stattfinden

Sechs Wochen vor dem Start steht fest: Der Raid Evolénard wird tatsächlich stattfinden. Auch wenn viele Details noch zu klären sind, so sind doch die meisten wichtigen Punkte klar. Ob Sie als Elitefahrer an der Europameisterschaft teilnehmen wollen, als Breitensportler am Garmin Bike Cup, als Jugendlicher an der Vorbereitung auf den Raiffeisen Kids Cup oder als Zuschauer, in unserem Veranstaltungsprogramm finden Sie die meisten Antworten auf Ihre Fragen!

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Zusammenfassend lässt sich sagen, dass das Rennen nach dem Prinzip „Ride & Go home“ stattfinden wird. Keine Infrastruktur, keine Kantine, keine Duschen; nach dem Rennen müssen die Fahrer nach Hause gehen und Zuschauer sind im Start- und Zielbereich nicht erlaubt. Vor Ort ist keine Anmeldung möglich, die Startnummern werden direkt an die Läufer verschickt. Ein Rennbüro wird für ausländische Läufer zur Verfügung stehen, um ihre Startnummern abzuholen oder um Probleme in letzter Minute zu lösen. Alle Läufer ab 12 Jahren müssen einen COVID-19-Test absolvieren, bevor sie starten können.

Die Eliterennen der Europameisterschaften können mit strengeren Vorgaben im Vorfeld, aber ohne zu viele Einschränkungen am Tag selbst stattfinden, da sie zum Leistungssport gehören, sodass das Programm dieser Rennen vorerst unverändert bleibt. Die Masters-Kategorien der Europameisterschaften werden auf 15 Fahrer begrenzt, um den aktuellen Vorgaben des Bundes zu folgen.

Die Organisatoren hoffen, dass diese Teilnehmerzahl durch weitere Lockerungen noch ansteigen kann. Auch beim Garmin Bike Cup sind die Erwachsenenkategorien vorerst auf 15 Personen pro Start begrenzt. Der Startbereich wurde außerhalb des Dorfes verlegt, um einen Fluss in eine Richtung zu gewährleisten und die Interaktion zwischen den Fahrern der verschiedenen Kategorien zu minimieren. Die Junioren- und Jugend-Kategorien starten vom gleichen Ort, jedoch ohne Beschränkung bei der Teilnehmerzahl.

Für Kinder, die am Raiffeisen Kids Cup teilnehmen, ist die Teilnehmerzahl nicht begrenzt, die Anzahl der Begleitpersonen ist jedoch stark eingeschränkt. Die Kinderkategorien starten wie gewohnt ab 13:25 Uhr in der Hérens Arena.

Hier wurde eine FAQ-Seite eingerichtet, um Sie über die Entwicklung der weiteren Massnahmen auf dem Laufenden zu halten. Zögern Sie nicht, uns zu kontaktieren, wenn Sie weitere Fragen haben!

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Die Anmeldung für die Mountainbike-Marathon-Europameisterschaften ist geöffnet.

Nach einem wegen des Coronavirus meisterschaftsfreien Jahr 2020 werden die europäischen Mountainbike-Marathon-Titel am 20. Juni wieder vergeben, und zwar im Wallis, im Herzen der Schweizer Alpen. Die Region Wallis ist den Spezialisten in dieser Disziplin bereits gut bekannt, da die Weltmeisterschaften 2019 in Grächen ausgetragen wurden und man sich darauf vorbereitet, die Mountainbike-Weltmeisterschaften in allen Disziplinen im Jahr 2025 zu veranstalten. Für diese Europameisterschaften wurde die Organisation dem Raid Evolénard anvertraut, einem beliebten Mountainbike-Rennen, welches im Jahr 2021 sein 25-jähriges Jubiläum feiert und bereits zweimal die Schweizer Meisterschaften durchgeführt hat.

Der Raid Evolénard: Ein Rennen, das immer größer wird

Im Laufe der Jahre hat sich der Raid Evolénard zu einer unumgänglichen Veranstaltung des Mountainbike-Kalenders entwickelt, die sowohl die besten Mountainbike-Marathon Spezialisten als auch Amateure aller Leistungsstufen anzieht. Mehrere Faktoren haben zum Erfolg des Rennens beigetragen : ein Rundkurs, der eines der schönsten Täler des Wallis durchquert ; eine anspruchsvolle, technische und unterhaltsame Streckenführung ; eine Anmeldegebühr, welche weit unter dem Durchschnittspreis des Marathon-Kalenders liegt ; Leistungen, welche den Erwartungen der Teilnehmer entsprechen ; Rennen, welche für Kinder kostenlos sind. Eine Meinung, die die estnische Meisterin Greete Steinburg, Siegerin der letzten Ausgabe des Raid Evolénard, voll und ganz teilt: „Ich habe schon viele Rennen bestritten, aber der Raid Evolénard sticht mit seiner hervorragenden Organisation, seiner freundlichen Atmosphäre, seinen großartigen Einzelrennen und seinen atemberaubenden Aussichten heraus“. 

Das sieht auch der ehemalige belgische Meister Frans Claes so: „So sehr ich die Anstiege schwierig finde, so sehr schätze ich die Abfahrten und das herrliche Panorama. Mit so vielen technischen Einzelstücken ist dieses Rennen eine Ausnahme in der Schweizer Mountainbike-Marathonszene“. Und mit der neuen Route, die für die Europameisterschaften festgelegt wurde, wird Claes seine Meinung wohl kaum ändern. 

Neue Streckenführungen für die EM

Die Strecken aller Kategorien beginnen mit einer Schlaufe rund um Evolène, welche dem Publikum die Möglichkeit gibt, den anfänglichen Rennverlauf hautnah mitzuerleben. Die Strecke führt die Teilnehmer dann auf dem ersten Rundkurs zu höher gelegenen Punkten als in den vergangenen Jahren und beinhaltet neue, hochtechnische Singletrails, welche teilweise zu Fuss in Angriff genommen werden müssen. Der Schlussanstieg nach Béplan, auf fast 2500 m.ü.M, wird die Spreu vom Weizen trennen. Am Ende sind es 77km mit 3900 Höhenmetern, mit fast allen Abfahrten auf Singletrails.

Für Arnaud Rapillard, Fahrer im Team Scott, der die Strecke bereits kennengelernt hat, ist klar : « Wir haben hier eine echte Mountainbike-Strecke, die unweigerlich einen verdienten Sieger krönen wird. Die Rennzeit wird bei den besten Fahrern deutlich über 4 Stunden liegen und die Wahl eines Fullys ist meiner Meinung nach unausweichlich ». Die Strecke der Frauen wird etwas weniger anspruchsvoll sein, mit 70 km und etwas mehr als 3400 Höhenunterschied. Die Master-Kategorie bekommt es mit einer etwas leichteren Version zu tun, mit « nur » 65km und etwas weniger als 3000 Höhendifferenz.  

Meisterschaften offen für alle europäischen Lizenznehmer

Die Anmeldung ist ab Mittwoch, 24. Februar, auf der UEC-Website möglich: https://bit.ly/3azeKRX. Da das Reglement vorsieht, dass sich die Startposition für die Master-Kategorien nach der Reihenfolge der Anmeldung richtet, wird den Teilnehmern empfohlen, sich frühzeitig anzumelden. Im Gegensatz zu den Weltmeisterschaften gibt es keine Selektionskriterien, die erfüllt werden müssen, um an den Europameisterschaften teilnehmen zu können. Es genügt, Europäer zu sein und eine Lizenz eines UEC-angeschlossenen Verbandes besitzen. Alle Informationen zum Rennen finden Sie im technischen Leitfaden, der auf der Rennseite www.raidevolenard.ch/euro_xcm_21 eingesehen werden kann. Während es schwierig ist, vorherzusagen, wie sich die Situation aufgrund von Covid-19 entwickeln wird, arbeiten die Organisatoren eng mit den lokalen Behörden und Swiss-Cycling zusammen, um ein Schutzkonzept in Übereinstimmung mit den UCI- und UEC-Richtlinien zu erstellen, um die Sicherheit sowohl der Athleten und ihrer Teams als auch der vielen freiwilligen Helfer auf der Organisationsseite zu gewährleisten. Ein detaillierter Plan der Maßnahmen wird in den kommenden Wochen auf der Rennseite zur Verfügung stehen. Sollten die Rennen leider abgesagt werden müssen, werden die Anmeldegebühren zurückerstattet, mit Ausnahme einer Gebühr von 10 Euro zur Deckung eines Teils der entstandenen Kosten.

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Ariane Lüthi, ein WM Podium als Belohnung für eine großartige Athletin

Ariane Lüthi hat eine der besten Erfolgsbilanzen im Marathon-Mountainbiking. Allerdings musste sie bis zu ihrem zehnten Versuch warten, um endlich eine Medaille bei der Weltmeisterschaft zu gewinnen. Sie blickt mit uns auf eine ganz besondere Saison zurück, die natürlich von Covid geprägt war, aber auch vom Auftauchen neuer Namen in der Marathon-Mountainbike-Szene der Frauen!

Die Corona-Pandemie hat die MTB-Saison stark beeinträchtigt, da viele Rennen abgesagt oder verschoben wurden. Wie hast du diese Situation als Sportlerin erlebt und wie hast du es geschafft, motiviert zu bleiben, für Ziele zu trainieren, die ständig nach hinten verschoben wurden?

Die Absage der Cape Epic nicht einmal zwei Tage vor dem Start war eine grosse Enttäuschung und kam für mich sehr unerwartet. Ich war völlig auf dieses Rennen fokussiert und obschon ich die Nachrichten ein bisschen verfolgt habe, habe ich den Gedanken, dass das Rennen wegen Corona abgesagt werden könnte, nicht zugelassen. Mein Körper hat eine gewisse Spannung aufgebaut und um diese zu halten, gab es für mich die Möglichkeit einer Absage nicht. Als es dann doch geschah, fiel plötzlich die ganze Spannung weg. Das fühlte sich sehr seltsam an. 

Die Absage der anderen Rennen war nicht schwer zu verkraften, da es eher absehbar war. Nachdem die EM und SM im Juni abgesagt worden waren, habe ich eine Pause eingelegt und es trainingsmässig für ein paar Wochen etwas ruhiger genommen. Dies gab mir Zeit, mich mit anderen Sachen als dem Sport zu beschäftigen und das hat mir extrem gut getan. Danach war ich so motiviert wie schon lange nicht mehr, das Beste aus mir heraus zu holen. Rückblickend habe ich bemerkt, dass sich nach zehn Jahren, in denen ich sehr viele Rennen gefahren bin, wohl eine gewisse Müdigkeit bei mir eingeschlichen hat, auch die letzten Prozente zu geben.  Natürlich war es ein riesiger Vorteil, dass wir in der Schweiz, nicht wie in anderen Ländern, immer draussen trainieren konnten und auch schon im Juli wieder Rennen fahren konnten. Das, und die Tatsache, dass sich mein Hauptziel, die Marathon-WM im Oktober nie verschoben hat, machte es mir bestimmt einfacher, motiviert zu bleiben. 

Die Bronzemedaille an den Weltmeisterschaften ist wohl einer deiner größten Erfolge. Kannst du uns mehr darüber erzählen, wie das Rennen gelaufen ist?

Das Rennen bestand aus relativ flachen 10 Kilometern Anfahrt und Rückfahrt zu und von einer 30km langen Runde, die wir zweimal absolvierten, – also total 80km. Die Strecke war technisch nicht wirklich anspruchsvoll. Es gab nur ein paar holprige Abfahrten auf Jeeptracks, aber dafür waren ein paar knackige Anstiege drin, bei denen man sich konzentrieren musste, um nicht absteigen zu müssen.  Am Ende des ersten Anstieges konnte sich eine 6-köpfige Gruppe absetzen. Ich konnte knapp nicht mithalten, respektive entschied mich, ein paar Körner zu sparen. Kurz nach der zweiten Verpflegung um Kilometer 24 konnte ich wieder aufschliessen, da die Spitzengruppe auf den Asphaltstücken taktierte. Auf der zweiten Runde fielen zwei Fahrerinnen aus der Spitzengruppe, bis sich schliesslich Ramona, Maja Wloszczowska und Yana Belomonia vorne absetzen konnten. Robyn de Groot und ich kämpften auf Rang 4 und 5 um den Anschluss. Im letzten Downhill, bevor es auf die letzten, eher flachen und schnellen 10 km zurück ins Ziel ging, konnte ich Robyn distanzieren. Auf das Flachstück einfahrend habe ich noch gezweifelt, ob ich auf meine südafrikanische Kollegin warten sollte, um in Zusammenarbeit mit ihr grössere Chancen zu haben, die Top-3 doch noch zu erreichen. Irgendwie hatte ich jedoch ein Gefühl, dass eine der drei Spitzenfahrerinnen noch zurückfallen wird. Kurz darauf, sah ich denn auch Yana vor mir. Ich dachte mir, „jetzt oder nie“ und attackierte sie, so dass sie nicht mitfahren konnte. Yana reagierte aber nicht mehr gross, denn sie hatte anscheinend zu grosse Schmerzen von ihrem Sturz im letzten Downhill, von dem ich da noch nichts wusste. 

Nach zehn Weltmeisterschafts-Teilnahmen ist diese Leistung sicher auch der Erfahrung geschuldet, die du in deiner Karriere gesammelt hast. Was glaubst du, war ausschlaggebend dafür, dass du das Podium erreicht hast?

Es gibt bestimmt talentiertere Fahrerinnen als ich, deshalb musste wirklich alles stimmen, damit ich diesen Podestplatz erreichen konnte, inklusive dem nötigen Rennglück. Die Grundlage für das Resultat war eine sehr gute Form. Meine Zahlen sahen so gut wie noch selten aus. Die Erfahrung hat mir aber dann bestimmt bei der Umsetzung der richtigen Taktik geholfen. Im Rennen in Sakarya war es entscheidend, dass ich nach meinen Möglichkeiten fuhr, die Spitze an den Anstiegen ziehen liess und nicht mit den Crosscountry-Fahrerinnen auf Biegen und Brechen mitging. Die Erkenntnisse die ich aus anderen Rennen gezogen habe, haben mir Vertrauen in meine eigenen Fähigkeiten gegeben und ich habe den Glauben nicht sogleich verloren, als ich abgehängt wurde. 

Abgesehen von den Weltmeisterschaften, wie lautet deine Einschätzung zu dieser Saison?

Vor der Cape Epic hatte ich Probleme mit einer Virusinfektion und konnte an den Vorbereitungsrennen nicht wirklich glänzen und natürlich war ich als Titelverteidigerin mit dem zweiten Platz an der SM nicht zufrieden, aber ansonsten war es eine sehr gute Saison für mich. Es ist nicht einfach in jene Form zu kommen, die ich an der WM hatte. Allein diese Zahlen hinzubekommen, war ein super Gefühl und natürlich war ich hin und weg mit dem Resultat an der WM.

Du wurdest Zweite bei der Schweizer Meisterschaft hinter Steffi Häberlin und bei der Weltmeisterschaft gewann eine andere Schweizerin, Ramona Forchini. Was hältst du von diesen neuen Frauen, die der Schweizer Mountainbike-Marathon-Szene ihren Stempel aufdrücken?

Die letzten Jahre waren es immer etwa die gleichen Namen, welche an der Marathon-SM ums Trikot kämpften. Das war dieses Jahr definitiv anders und es ist extrem erfreulich endlich junges Blut im Feld zu haben. Als Irina Lützelschwab sich vom Feld distanzierte, fragten wir Verfolgerinnen uns gegenseitig, ob sie denn eigentlich Schweizerin war oder nicht, da wir sie noch nicht gekannt hatten. Steffi, Ramona wie auch Irina sind offensichtlich sehr talentiert. Ich hoffe sehr, dass sie die Marathondisziplin weiterhin beleben werden.

Was können wir dir für die kommende Saison wünschen?

Gute Gesundheit ist immer gut und wenn ich noch einen zweiten Wunsch frei habe, dann gerne das Europameistertrikot in Evolène. 😉


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Der Raid Evolénard stellt das Programm der Europameisterschaft vor

Zwischen den Weltmeisterschaften in Grächen 2019 und den geplanten Mountainbike-Weltmeisterschaften 2025 bleibt das Wallis im Mountainbike-Marathon Modus : im Rahmen des Raid Evolénards finden am 20. Juni 2021 die Europameisterschaften im Marathon statt. Eine schöne Herausforderung für dieses Rennen, welches in den letzten Jahren bereits zweimal Gastgeber der Schweizer Meisterschaften war.

Eine 25. Austragung der Superlative

Im Laufe der Jahre hat sich der Raid Evolénard zu einer unumgänglichen Veranstaltung des Mountainbike-Kalenders entwickelt, die sowohl die besten Mountainbike-Marathon Spezialisten als auch Amateure aller Leistungsstufen anzieht.

Mehrere Faktoren haben zum Erfolg des Rennens beigetragen : ein Rundkurs, der eines der schönsten Täler des Wallis durchquert ; eine anspruchsvolle, technische und unterhaltsame Streckenführung ; eine Anmeldegebühr, welche weit unter dem Durchschnittspreis des Marathon-Kalenders liegt ; Leistungen, welche den Erwartungen der Teilnehmer entsprechen ; Rennen, welche für Kinder kostenlos sind. Nachdem die Schweizer Meisterschaften 2016 zum 20-jährigen Bestehen des Raid Evolénards organisiert wurden, hat das OK beschlossen, die Messlatte für das 25-jährige Jubiläum noch etwas weiter hochzuschrauben.

Mit dem Erhalt der Austragung der Europameisterschaften haben die Organisatoren eine grossartige Gelegenheit, sowohl den Raid Evolénard als auch das Wallis bei Mountainbike-Fans aus ganz Europa bekannt zu machen !

Ein Mountainbike-Wochenende für jedermann

Um sowohl  den Erwartungen der Amateure als auch der Elite entgegenzukommen, wird der Raid Evolénard auf aussergewöhnliche Weise über ein ganzes Wochenende stattfinden. Am Samstag starten die Amateure, wie in den letzten Austragungen, im Rahmen des Garmin Bike Cups über Strecken von 62 km, 35 km und 24 km.

Die Jugendkategorien werden die Gelegenheit haben, die neuen Strecken einzuweihen, welche ursprünglich für die Ausgabe 2020 geplant waren, die leider nicht stattfinden konnte. Am Abend werden in Zusammenarbeit mit Evolène-Région Tourismus viele Aktivitäten organisiert, um der Veranstaltung einen festlichen Charakter zu verleihen.

Richtig los geht es dann am Sonntag mit dem Start der verschiedenen Elite- und Masters-Rennen für Männer und Frauen.

Neue Streckenführungen für die EM

Das OK war bestrebt, EM-würdige Rennen zu veranstalten, indem neue Streckenführungen geschaffen wurden. Die Strecken aller Kategorien beginnen mit einer Schlaufe rund um Evolène, die dem Publikum die Mölichkeit gibt, den anfänglichen Rennverlauf hautnah mitzuerleben. Die Strecke führt die Teilnehmer dann auf dem ersten Rundkurs zu höher gelegenen Punkten als in den vergangenen Jahren und beinhaltet neue, hochtechnische Singletrails, welche teilweise zu Fuss in Angriff genommen werden müssen. Der Schlussanstieg nach Béplan, auf fast 2500 m.ü.M, wird die Spreu vom Weizen trennen. Am Ende sind es 77km mit 3900 Höhenmetern, mit fast allen Abfahrten

auf Singletrails. Für Arnaud Rapillard, Fahrer im Team Scott, der die Strecke bereits kennengelernt hat, ist klar : « Wir haben hier eine echte Mountainbike-Strecke, die unweigerlich einen verdienten Sieger krönen wird. Die Rennzeit wird bei den besten Fahrern deutlich über 4 Stunden liegen und die Wahl eines Fullys ist meiner Meinung nach unausweichlich ».

Die Strecke der Frauen wird etwas weniger anspruchsvoll sein, mit 70 km und etwas mehr als 3400 Höhenunterschied. Die Master-Wettkämpfe für die etwas älteren Fahrer bekommen es mit einer etwas leichteren Version zu tun, mit « nur » 65km mit etwas weniger als 3000 Höhendifferenz. Die Eröffnung der Anmeldungen für die lizenzfreien Kategorien beginnt am 15. Dezember um 12 Uhr, für die lizenzpflichtigen Rennen werden die Anmeldungen etwas später beginnen. 

Egal, ob als Zuschauer oder Athlet, zögern Sie nicht und reservieren Sie sich das Wochenende für einen Ausflug ins Val d’Hérens !


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«Ausserordentliche Situationen verlangen nach kreativen Lösungen.»

Interview mit Florian Chevrier, OK-Präsident des Raid Evolenard. 2021 wird der Raid Evolenard erstmals als Bikemarathon-Europameisterschaft ausgetragen. Trotz Covid-19-Einschränkungen führten Chevrier und sein Team das Bikemarathon-Rennen 2020 als Strava-Challenge durch. Ein neues Rennformat, in dem drei Dutzend eingeladene Fahrerinnen und Fahrer die 62-km-Runde des Raid Evolenard gemeinsam absolvierten. Auf drei definierten Streckenabschnitten wurde auf Zeit gefahren. 

Florian Chevrier, sind Sie zufrieden mit dem neuen Rennformat?

Mit den Voraussetzungen, die wir gehabt haben, bin ich vollkommen zufrieden wie der Wettkampf letztlich gelaufen ist. Natürlich hätten wir uns lieber den normalen Raid Evolenard gewünscht. Aber angesichts der Tatsache, dass die anderen Veranstaltungen bisher alle komplett abgesagt werden mussten, ist es positiv, dass wir wenigstens eine Alternative auf die Beine stellen konnten. Das positive Echo von den Fahrern, den Sponsoren oder den Medienmitarbeitern gibt uns recht.

Reduzierter Raid Evolenard im Zeichen von Covid-19 am Samstag, 20. Juni 2020 in Evolene. Foto Martin Platter

Warum haben Sie den Wettkampf nicht einfach mit einer Begrenzung der Läuferzahl organisiert?

Wir stellten uns diese Frage auch im Organisationskomitee. Das Hauptproblem war die Ungewissheit. Hätten wir vier Wochen vorher gewusst, dass wir am 20. oder 21. Juni mit 200 oder 300 Sportlern starten dürfen, hätten wir den Wettkampf normal aber mit einem reduzierter Teilnehmerzahl durchgeführt. Zum Zeitpunkt unserer Entscheidung wussten wir jedoch schlicht nicht, dass der Bundesrat den Covid-Lockdown derart grosszügig lockern würde. Das Ungewissheit machte auch das Engagement von Sponsoren schwierig und die Budgetierung des Rennens generell. Denn die Kosten wären mit 300 Teilnehmern fast die gleichen gewesen wie mit 1000. Auch mit weniger Fahrern hätten wir etwa 100 Freiwillige zur Sicherung der Strecke haben müssen. Da die Gesamtzahl der Personen für die Genehmigung berücksichtigt wird, war es praktisch unmöglich, selbst eine Variante mit reduzierter Sportlerzahl rechtzeitig bei den Behörden anzumelden. Deshalb sind wir auf die Idee der Strava-Challenge gekommen.

Was sind die Erwartungen für die EM im nächsten Jahr?

Hoffentlich ist bis dann die Covid-19-Krise überwunden und alle Beschränkungen aufgehoben, damit alle Sportler frei trainieren und reisen können und die Besten europäischen Marathonfahrer bei uns am Start stehen.

Machen die Sponsoren wieder mit?

Sicher ist der Mountainbike-Marathon nicht die Sportart mit der grössten Medienpräsenz. Das macht die Sponsorensuche nicht einfacher. Covid-19 hat uns zweifellos noch zusätzliche Schwierigkeiten verursacht weil viele Unternehmen wegen des Lockdowns in finanzielle Schwierigkeiten geraten sind. Aber wir bleiben auch bezüglich Sponsoren optimistisch.

Heisst das, dass das Budget zur die EM gesichert ist?

Wir werden versuchen, das ursprünglich geplante Budget beizubehalten. Es könnte aber sein, dass wir in einer zweiten Phase Anpassungen vornehmen müssen, um die Ausgaben zu reduzieren, hoffen aber, dass dieses Szenario nicht eintritt.

Wie finanzieren Sie die heutige Veranstaltung?

Ausserordentliche Situationen verlangen nach kreativen Lösungen. Dieser Meinung waren auch unsere Sponsoren, die es begrüssten, dass wir nicht einfach aufgaben und das Rennen absagten. Tolle Unternehmen wie Morand, Oiken und FMV, die alle einen Zeitabschnitt gesponsert haben. Dazu kommen treue Sponsoren wie Raiffeisen, die ebenfalls unterstützt haben, was es uns ermöglicht hat, diese Veranstaltung durchzuführen. Für diese Unterstützung sind wir vor allem in dieser schwierigen Zeit aber auch in Zukunft unendlich dankbar.

Reduzierter Raid Evolenard im Zeichen von Covid-19 am Samstag, 20. Juni 2020 in Evolene.
Foto Martin Platter

Erfolgreiche Rückkehr in den Wettkampfrhythmus

Bedingt durch die Covid-19-Restriktionen wurde der Raid Evolenard am letzten Samstag in neuer Form ausgetragen. Rund drei Dutzend Bikemarathon-Cracks folgten der Einladung und stellten sich der Strava-Challenge. Druchschnittlich am schnellsten auf den drei Zeitabschnitten unterwegs waren Bikemarathon-Schweizermeisterin Ariana Lüthi und der Obwaldner Martin Fanger.

Im Hinblick auf die Mountainbike-Marathon-Europameisterschaften, die 2021 am Raid Evolenard ausgetragen werden, wollte der Veranstalter die diesjährige Austragung unbedingt durchführen. Da die Covid-19-Restriktionen jedoch Veranstaltungen mit mehr als 300 Personen derzeit noch verbieten, hat sich das Organisaitonskomitee um Präsident und Arzt Florian Chevrier ein neues Rennformat ausgedacht. Auf Zeit gefahren wurde nur auf drei Strava-Abschnitten, die rund 20 Minuten dauerten. Den Rest der Strecke absolvierten die Fahrer im lockeren Trainingstempo und konnten so bei idealen äusseren Bedingungen de Parcours kennenlernen – dabei auch die beiden Schweizer Landesmeister Ariane Lüthi und Urs Huber, der französische Marathon-Meister Pierre Billaud, die deutsche Meisterin Janine Schneider und der frühere belgische Meister Frans Claes.

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Im Durchschnitt am schnellsten unterwegs aber war Martin Fanger. Der Obwaldner, der seinen Lebensmittelpunkt in Genf hat, zeigte sich nicht überrascht, dass er trotz hochkarätiger Marathon-Besetzung der Schnellste war. Er erklärte: «Das Rennformat kam meinen Talenten als Puncher entgegen. Das ist exakt die Belastung, die ich auch im Crosscountry trainiere.» Ich fand es sympathisch, dass die Organisatoren den Wettkampf nicht einfach abgesagt haben, sondern uns Fahrern etwas Neues geboten haben. Es hat Spass gemacht – vor allem auch die Passagen zwischen den Rennabschnitten, die wir gemeinsam in Trainingstempo fahren konnten.

Mühe mit den Rhythmuswechseln bekundete Urs Huber. Der Schweizer Marathonmeister zählte nur zu Beginn zu den Schnellsten. Er sagte: «Auf dem ersten Abschnitt fand ich meinen Rennrythmus. Das Warten bei den weiteren Zeitabschnitten lag mir dagegen überhaupt nicht. Deshalb konnte ich nicht meine Bestleistung abrufen.» Aber es sei nach der langen Pause schön gewesen, wieder mal ein Rennen zu fahren und die Atmosphäre zu spüren.   

Bei den Frauen schwang Ariane Lüthi obenaus. Die Bikemarathon-Schweizermeisterin klagte aber ebenfalls über schmerzende Beine: «Der erste Abschnitt ging noch. Aber dann schmerzten die Beine immer mehr.» Ansonsten habe ihr das Rennformat aber gefallen. «Ich finde es toll, dass die Organisatoren nicht einfach abgesagt haben.» Die erst 20 Jahre junge Stefanie Zahno aus dem Oberwallis vermochte im Wettkampf der Spezialistinnen gut mitzuhalten. Auch wenn sie nach dem rennen relativierte: «Da fehlt noch etwas zur Spitze. Aber in den letzten beiden Abschnitten fühlte ich mich gut und konnte Vollgas geben.» Letztes Jahr durfte Zahno erstmals an der Heim-WM in Grächen teilnehmen und wurde im internationalen Feld 56. Die Stimmung an der Strecke mit zahlreichen Fans ist ihr in bester Erinnerung geblieben. Deshalb freut sie sich schon auf die Europameisterschaften 2021, wie erneut in ihrem Heimkanton stattfinden.

OK-Präsident Florian Chevrier freute sich über das positive Echo. Er sagte: «Mit den Voraussetzungen, die wir gehabt haben, bin ich vollkommen zufrieden wie der Wettkampf letztlich gelaufen ist. Natürlich hätten wir uns lieber den normalen Raid Evolenard gewünscht. Aber angesichts der Tatsache, dass die anderen Veranstaltungen bisher alle komplett abgesagt werden mussten, ist es positiv, dass wir wenigstens eine Alternative auf die Beine stellen konnten. Das positive Echo von den Fahrern, den Sponsoren oder den Medienmitarbeitern gibt uns recht.»

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Ariane Lüthi, on her way to new adventures

After a difficult season, saved by a new Swiss title, Ariane Lüthi found herself without a team at the end of the season. And instead of putting an end to her career, an idea that had crossed her mind more than once, she found the necessary resources to set up her own team and set herself new goals while waiting for the European championships at Evolène in 2021! She tells us all about it in detail !

First thing first. You had the chance to compete in the team of the Olympic medalist Maja Włoszczowska last year. What did this experience bring you?

I was extremely happy to get the opportunity to join Kross Racing Team and ride with Maja at the time, because it was very hard to find a team and a strong partner for the Cape Epic end of 2018. Maja is an absolute world class rider and pushed me both technically and physically in the race. We have a very similar take on training. We both work with a coach and like to follow the plan as close as possible, but also understand that some days, we need to rather listen to our bodies and perhaps skip a session. It was nice for me to see that a champion like her, trains very similar. Something that I will take with and was interesting to observe, was how she interacts with the spectators. She never missed the opportunity to high five someone or to animate the public at the start or the finish. She understands her role as an entertainer and really likes to do more for the sport than just push the pedals hard. She also takes great responsibility in the team, makes sure, everyone is fine, gets the support they need and she doesn’t forget to put the team’s sponsors in the best light at all times. I certainly learned a lot by spending time with such an experienced and accomplished professional who is a highly intelligent person on all different levels. The fact that she is a mathematician makes her even more inspiring to me, because she certainly knows a thing or two more than just racing a bike. 

You had a fairly complicated season last year, with some ups, such as this new swiss champion title, but also some downs. How would you sum up this past season?

It wasn’t my best season last year. I never felt that I was riding at the level of 2018. It was a real shame, because I was extremely motivated for the Marathon World Championship in Grächen and was aiming for a lot more than my 15th place. Looking back at how I prepared, I realised, that I made a major mistake with not fuelling well during my training rides too often. I was thinking I could loose more weight that way, which in the beginning worked, but then it hit back on me and I could never get very lean because my body was holding onto the energy stores all the more. Of course it is not only one factor that didn’t let me perform on the level, I know I can, but the lack of carbohydrate intake during my trainings was definitely a big mistake. To defend the Swiss Champion title for the first time ever, was very special and a highlight in the otherwise rather failed season. Fortunately we have the European Championship in Evolène next year, which gives me another chance to shine on home soil. I already look forward to it.

At the end of the season you learned that your contract wouldn’t be renewed. How did you react to this bad news?

Already when I signed with Kross, I knew that this was most likely only going to be for one year and that they signed me mainly because Maja wanted to race the Cape Epic and needed a partner. Kross Racing Team is a team that focuses on the Olympic distance and not marathon, so it was no surprise for me that the contract didn’t get renewed for 2020. Tokio is their focus this year.

For quite some time in 2019, when I was struggling with burn out symptoms, I was actually thinking that this would be my last year. Due to not fuelling right in my trainings and not being able to recover anymore, I felt tired all the time and lost all motivation. Fortunately, I got better towards the end of the season and realised that I didn’t want to end my career just yet. That’s when I started looking for new partners who would support me in 2020.

You decided to go then for a single-woman-team. A completely new challenge for you… How did it go?

Yes, I realised that it works better for me if I have a more direct relationship with my sponsors. I don’t like to give back to them solely with results, but with my whole personality rather. If only the results count, but not who I am off the bike, it puts a lot of pressure on me which ultimately kills my motivation. Also, I actually enjoy to have a kognitive challenge next to cycling. It gives me a better balance in life and instead of thinking about my numbers all the time, I actually have some more interesting things to think about on my long rides. 

However, to find sponsors is incredibly difficult. It’s definitely not enough to just be Swiss Marathon Champion. One has to be very creative in offering a marketing strategy for the different business. It is a lot of work that goes into landing a sponsor and then maintaining that relationship, but so far I love the challenge. 

Canyon, the brand that Ariane will be able to count on throughout the season!

Can you tell us a bit more about your new partners?

I am extremely pleased to have the support of real estate company Andermatt Swiss Alps in 2020. As a Swiss with strong ties to South Africa I am often not Swiss or South African enough to be supported by a company with local interest. Andermatt Swiss Alps on the other hand is interested in me having an influence in South Africa as a Swiss, which makes for a perfect partnership and a win-win situation. In terms of equipment, it was a great success for me to get leading bike brand Canyon on board. Their bikes are truly world class and I absolutely love the geometry of the Canyon Lux. 

Another new partner is Veritce Diagnostics, who is a healthcare technology provider. I am promoting one of their products, the so called Holter, which is a small device that one can tape to the sternum allowing patients to follow all their daily routines during the 5 day monitoring period. It is a revolutionary technology for the prevention of cardiovascular diseases. I was very pleased to be able to monitor my own heart rhythm with the device while I was struggling with a virus during a race. To know that my heart was healthy gave me great peace of mind.

A sponsor that has already supported me over the past four years and keeps supporting me, is Spur Steak Ranches. I will continue to be a Spur Schools MTB League ambassador for them. The restaurant group’s cycling event property is the biggest school cycling program in the world. 2019 saw over 18,000 entries from more than 500 schools across Southern Africa. As an ambassador I visit several events to support the young riders with tips around training, nutrition and skills etc. which hopefully contributes to develop the sport.

Ariane Lüthi is still hoping to tame the South African singles!

Finally, what will be your main goals for this season?

The Cape Epic will once again be my first highlight of the year. In fact this will already be my 10th start at the biggest South African stage race. The next peak is planned in June for the European and Swiss Championship, where in between I will be coming to Evolène again to sharpen my climbing skills. The last big race of the year will be the Marathon World Championship, which has been moved to end of October recently and will be held in Turkey.