Nach einem außergewöhnlichen Jahr 2016, in dem Urs Huber nicht weniger als zwölf Rennen gewonnen hatte, konnte der Zürcher in 2017 wohl nicht so gut machen. Sein Sieg beim MB-Race in Frankreich war der einzige Highlight in einer verkorksten Saison 2017, bis zum Sturz am Grand Raid mit einem gebrochenen Schlüsselbein und einem frühen Saisonende. In diesem Interview erklärt Urs Huber, wie er diese Saison erlebt hat und verkündet seine Ziele für die Saison 2018, wieder mit dem Raid Evolénard !

Fotos: Martin Platter

Dein Sturz während des Grand Raid BCVs ist jetzt mehr als vier Monate alt. Wie hast du dich von deinem Schlüsselbeinbruch erholt und wie fühlst du dich?

Die Folgen meiner Verletzung sind wieder bestens verheilt und ich bin zurück im normalen Training wie jedes Jahr zur Vorbereitung auf die nächste Saison. 

Ich kann mir vorstellen, dass es eine sehr frustrierende Zeit war. Zur Zeit deines Sturzes führtest du den Grand Raid und du schienst in der Lage zu sein, die großen Ziele deiner Saison zu erreichen, einschließlich der Verteidigung deines Schweizermeister Titels und vielleicht eines Finalsieges beim Alpine Cup. Wie hast du diese Zeit erlebt?

Tatsächlich hatte ich das Gefühl, dass ich am Grand Raid endlich zu alter Stärke zurück gefunden habe. Zum Zeitpunkt des Sturzes war ich restlos vom Sieg überzeugt. Allerdings waren die Schmerzen nach dem Sturz so gross, dass Resultate vorerst in den Hintergrund rückten und ich zuerst einfach wieder gesund werden wollte. Daher war es auch nicht so schwer, die restlichen Rennen zu verpassen, ich lernte in dieser Zeit, dass es wichtigeres gibt als Ranglisten. Rückblickend glaube ich sogar, dass mich diese schwierige Zeit weiter gebracht hat für die Zukunft.

 

Trotz dieser schlechten Zeiten hast du immer noch großartige Leistungen erzielt, wie zum Beispiel diesen Sieg im MB-Race. Welche Bilanz hältst du von dieser Saison?

Die Saison 2017 war schon sehr ernüchternd. Zuerst das enttäuschende Cape Epic. Drei Monate Vorbereitung und hartes Training wurden dabei innert kürzester Zeit wertlos, ohne dass ich vieles dafür konnte. Darauf brauchte ich lange um mich davon zu erholen. Erst in meinen Lieblingsrennen im August; Ischgl, Eiger Bike, Grand Raid und SM fand ich endlich wieder die nötige Motivation um jeden Tag, in jedem Training 100% zu geben. Dann war ich gut in Form aber es klappte trotzdem nicht. Rückenschmerzen in Ischgl, Defekt und Aufgabe am Eiger Bike und schliesslich Sturz, Verletzung und Saisonende am Grand Raid und somit das Meistertrikot kampflos verloren. Es war hart und ungewohnt für mich, weil ich mir so schwierige Momente nicht gewohnt war, aber der Sturz war auch eine Erlösung von dieser verkorksten Saison. Das MB-Race war das einzige Highlight des Jahres. Es war ein richtiges Abenteuer mit 7'000 Höhenmetern von denen ich keinen einzigen kannte und zehn Stunden Rennzeit. Daran erinnere ich mich gerne zurück;)

Du wirst wahrscheinlich bald dein Rennkalender für 2018 veröffentlichen. Was sind die großen Ziele für diese Saison?

Am wichtigsten ist es mir gesund durch die Saison zu kommen und keine so grossen Enttäuschungen wie das Cape Epic 2017 mehr erleben zu müssen. Wenn ich das schaffe, bin ich überzeugt, dass ich vieles erreichen kann was ich mir wünsche; Sieg am Grand Raid, Gesamtsieg Alpine Cup, Gesamtsieg Garmin Bike Marathon Classic, Schweizer Meistertitel und natürlich ein erfolgfeiches Raid Evolénard!

Nach ihrem Sieg im Jahr 2016 war das Cape Epic 2017 eher eine Enttäuschung ... Ist die Strategie der Team Bulls für die Ausgabe 2018 schon gemacht? Werden wir das Paar Platt / Huber am Start wieder sehen?

Die Aufstellung für das Cape Epic werden wir je nach Situation festlegen.

Danke viel Mal und viel Erfolg in 2018!

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