Erfolgreiche Rückkehr in den Wettkampfrhythmus

Bedingt durch die Covid-19-Restriktionen wurde der Raid Evolenard am letzten Samstag in neuer Form ausgetragen. Rund drei Dutzend Bikemarathon-Cracks folgten der Einladung und stellten sich der Strava-Challenge. Druchschnittlich am schnellsten auf den drei Zeitabschnitten unterwegs waren Bikemarathon-Schweizermeisterin Ariana Lüthi und der Obwaldner Martin Fanger.

Im Hinblick auf die Mountainbike-Marathon-Europameisterschaften, die 2021 am Raid Evolenard ausgetragen werden, wollte der Veranstalter die diesjährige Austragung unbedingt durchführen. Da die Covid-19-Restriktionen jedoch Veranstaltungen mit mehr als 300 Personen derzeit noch verbieten, hat sich das Organisaitonskomitee um Präsident und Arzt Florian Chevrier ein neues Rennformat ausgedacht. Auf Zeit gefahren wurde nur auf drei Strava-Abschnitten, die rund 20 Minuten dauerten. Den Rest der Strecke absolvierten die Fahrer im lockeren Trainingstempo und konnten so bei idealen äusseren Bedingungen de Parcours kennenlernen – dabei auch die beiden Schweizer Landesmeister Ariane Lüthi und Urs Huber, der französische Marathon-Meister Pierre Billaud, die deutsche Meisterin Janine Schneider und der frühere belgische Meister Frans Claes.

Version light du Raid Evolénard en raison du Covid-19 Photo Martin Platter

Im Durchschnitt am schnellsten unterwegs aber war Martin Fanger. Der Obwaldner, der seinen Lebensmittelpunkt in Genf hat, zeigte sich nicht überrascht, dass er trotz hochkarätiger Marathon-Besetzung der Schnellste war. Er erklärte: «Das Rennformat kam meinen Talenten als Puncher entgegen. Das ist exakt die Belastung, die ich auch im Crosscountry trainiere.» Ich fand es sympathisch, dass die Organisatoren den Wettkampf nicht einfach abgesagt haben, sondern uns Fahrern etwas Neues geboten haben. Es hat Spass gemacht – vor allem auch die Passagen zwischen den Rennabschnitten, die wir gemeinsam in Trainingstempo fahren konnten.

Mühe mit den Rhythmuswechseln bekundete Urs Huber. Der Schweizer Marathonmeister zählte nur zu Beginn zu den Schnellsten. Er sagte: «Auf dem ersten Abschnitt fand ich meinen Rennrythmus. Das Warten bei den weiteren Zeitabschnitten lag mir dagegen überhaupt nicht. Deshalb konnte ich nicht meine Bestleistung abrufen.» Aber es sei nach der langen Pause schön gewesen, wieder mal ein Rennen zu fahren und die Atmosphäre zu spüren.   

Bei den Frauen schwang Ariane Lüthi obenaus. Die Bikemarathon-Schweizermeisterin klagte aber ebenfalls über schmerzende Beine: «Der erste Abschnitt ging noch. Aber dann schmerzten die Beine immer mehr.» Ansonsten habe ihr das Rennformat aber gefallen. «Ich finde es toll, dass die Organisatoren nicht einfach abgesagt haben.» Die erst 20 Jahre junge Stefanie Zahno aus dem Oberwallis vermochte im Wettkampf der Spezialistinnen gut mitzuhalten. Auch wenn sie nach dem rennen relativierte: «Da fehlt noch etwas zur Spitze. Aber in den letzten beiden Abschnitten fühlte ich mich gut und konnte Vollgas geben.» Letztes Jahr durfte Zahno erstmals an der Heim-WM in Grächen teilnehmen und wurde im internationalen Feld 56. Die Stimmung an der Strecke mit zahlreichen Fans ist ihr in bester Erinnerung geblieben. Deshalb freut sie sich schon auf die Europameisterschaften 2021, wie erneut in ihrem Heimkanton stattfinden.

OK-Präsident Florian Chevrier freute sich über das positive Echo. Er sagte: «Mit den Voraussetzungen, die wir gehabt haben, bin ich vollkommen zufrieden wie der Wettkampf letztlich gelaufen ist. Natürlich hätten wir uns lieber den normalen Raid Evolenard gewünscht. Aber angesichts der Tatsache, dass die anderen Veranstaltungen bisher alle komplett abgesagt werden mussten, ist es positiv, dass wir wenigstens eine Alternative auf die Beine stellen konnten. Das positive Echo von den Fahrern, den Sponsoren oder den Medienmitarbeitern gibt uns recht.»

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