11 Tausendstel fehlten zu Gold in einem Sprint, der Johann Tschopp etwa 50 Meter vor dem Ziel anzog. Ich kam nicht vorbei. Silber Nummer fünf in meiner Medaillensammlung und trotzdem Frust statt Freude. Immer wieder gehen mir die letzten zwei Kilometer durch den Kopf. Was hätte ich anders machen sollen? wo hätte ich meine Chance suchen sollen?Am ersten Berg schlug ich zusammen mit Bronze Mann Hansueli Stauffer ein sehr hohes Tempo an, ein Tempo, welches auch für Mitfavoriten Huguenin und Huber zu schnell war. Dann als Fanger in den Cross Country Passagen davon zog, konnte ich den Rückstand im zweiten Aufstieg wieder wettmachen. Dann suchte Tschopp das Weite und wieder war ich es, der die Lücke schliessen konnte, als wir das erste Mal zurück im Tal waren. Leider verdrehte es mir bei dieser Aufholjagd die Kette in der Abfahrt und ab da war ein geregeltes Schalten und Treten unmöglich. Ich organisierte mir vorsorglich Kettenschloss (Danke Stauffi) und Kettennieter (Danke Nadja), um den anbahnenden Kettenriss zu beheben und nahm mir dann beim Verpflegungsposten die Zeit, meine Kette notdürftig mit zwei Zangen zu richten. Mit zwei Minuten Rückstand auf Tschopp und an vierter Stelle fahrend fuhr ich wieder los. Die Kette sprang zwar noch immer bei jeder zweiten Umdrehung, doch so konnte ich fahren und Sie hielt der Belastung stand. Ich machte Boden gut und ganz oben auf 2500 M.ü.M. stach ich mit etwa 45 Sekunden Rückstand in die letzte, teils sehr technische Abfahrt in der ich sehr viel riskierte. 2 km vor dem Ziel, genau dort, wo die Abfahrt in den breiten Kiesweg einbog, war ich wieder dran am Walliser. Ein unglaublicher Moment für mich. Anschluss Geschafft! Na ja, und dann kamen da eben diese letzten beiden Kilometer. Planlos fuhren wir in Richtung Ziel. Einmal kickte ich weg, doch Johann blieb dran. Einmal versuchte er es, doch ich blieb dran, dann fiel das Tempo wieder komplett zusammen und niemand wollte führen. Ich wartete einfach an seinem Hinterrad. Ich wartete und wartete, anstatt etwas zu versuchen. Darum „nur“ Silber. Darum Enttäuscht. Ich hab bis dahin alles gegeben, alles riskiert und immer an meine Chance geglaubt. Ich war das ganze Rennen aktiv dabei, hab stets kühlen Kopf bewahrt und die richtigen Entscheide getroffen und ich hatte Glück, dass die Kette hielt und ich nicht stürzte. Vorallem aber hatte ich super gute Beine. Alles Zutaten die es braucht, um eine Medaille an einer Schweizermeisterschaft zu gewinnen. Darum gabs Silber. Darum stolz. Ab Morgen dann.

Rennbericht Lukas Buchli